Gertrud und Philipp Meid gründeten das Unternehmen 1925

Am 26. September 1925 eröffneten Gertrud und Philipp Meid, die Ur-Großeltern des heutigen Geschäftsführers André Gunkel, das erste Geschäft in der Frohsinnstraße 5. Zwei Filialen in Frankfurt gingen bald darauf in Betrieb. Die Bomben des Krieges zwangen die Firmengründerin, inzwischen Gertrud Weis, zu zwei Umzügen in der Frohsinnstraße. Nach dem Krieg gab die Unternehmerin den Standort Frohsinnstraße ganz auf und zog kurzfristig in die Weißenburger Straße. 1949 erwarb sie das Grundstück in der Herstallstraße, auf dem das Lederwaren Fachgeschäft auch heute noch ansässig ist.

 

Neubau in der Herstallstraße

Ein Jahr später begann der Neubau eines fünfstöckigen Wohn- und Geschäftshauses. 1950 eröffnete dann Offenbacher Lederwaren Weis in der Herstallstraße. Mit in der Geschäftsleitung sind unterdes#sen auch Herta Israel, die Tochter der Inhaberin und deren Mann Andreas. Gertrud Weis und Ihre Kinder erleben denn auch, wie elf Jahre später das neu aufgebaute Haus wieder abgerissen wird. Grund: Erweiterung der Herstallstraße und Grundstücksumlegungen. Kurioserweise befand sich ein paar Jahre vorher auf diesem Grundstück das Bekleidungsgeschäft von Peter Gunkels Eltern.

 

Verkauf auf drei Etagen

Sieben Monate später verkaufen die Israels allerdings schon wieder Taschen, Portemonnaies. Koffer und Ledermäntel: auf drei Etagen im neu errichteten Geschäftshaus in der Herstallstraße 34. 1968 stirbt Gertrud Weis im Alter von 68 Jahren. Ihre Enkelin Ilona Gunkel , geborene Israel, arbeitet zu jener Zeit schon in der Herstallstraße kräftig mit, während ihr Mann Peter im Todesjahr der Seniorchefin die Leitung der nach wie vor bestehenden Frankfurter Filiale übernimmt.

 

Filiale in der City Galerie

1974 eröffnet die Aschaffenburger City Galerie und die Familien Israel und Gunkel sind mit von der Partie: Sie schließen und verpachten die Filiale in Frankfurt, steigen dafür aber im neuen Einkaufszentrum am Schöntal ein. 1980 stirbt Herta Israel und Andreas Israel legt die Geschäftsführung in die Hände seiner Tochter Ilona und deren Mann Peter.

 

Einstieg der vierten Generation

Seit 1995 sorgt Andre P. Gunkel , der älteste Sohn der Inhaber, mit seinem Eintritt in das Unternehmen dafür, dass Leder Weis wohl auch noch den 100. Geburtstag als persönlich geführten Familienbetrieb erleben wird. 1998 entscheiden sich Ilona und Peter Gunkel , die Geschäftsräume komplett umzubauen. Den Umbau in ein modernes, nach allen Regeln der Innenarchitektur konzipiertes Ladenlokal bezeichnet Peter Gunkel als mutigen Schritt: hätten sie doch investiert, obwohl in den letzten fünf Jahren 30 Prozent der Lederwarengeschäfte in Deutschland geschlossen haben.

 

Wandel im Sortiment

Mit der Neugestaltung des Haupthauses in der Herstallstraße vollzog sich auch ein Wandel im Sortiment. Lederbekleidung verbannten die Gunkels aus den Regalen, die Filiale in der City Galerie wurde geschlossen. Auf den insgesamt 450 Quadratmetern Verkaufsfläche finden sich nun noch mehr renommierte Marken, topmodische Taschen, eine riesige Auswahl an Reisegepäck und Rucksäcken sowie ein breit gefächertes Angebot an Lederaccessoires. Damit ist Leder Weis eines der größten Lederwarenhäuser in Deutschland. Und eines der wenigen Aschaffenburger Traditionsgeschäfte, die noch im persönlichen Stil vom Inhaber geführt werden. André Gunkel setzt auch nach dem Ausscheiden seiner Eltern diese Tradition fort, auch sein Nachwuchs hilft bereits von Zeit zu Zeit mit wachsender Begeisterung aus.